Ein interkulturelles Bildungs- und Begegnungsprojekt

Die Globale Märchenstraße ist ein interkulturelles Bildungsprojekt von El Árbol que Crece e.V und Enie e.V., das Menschen unterschiedlicher kultureller Hintergründe durch Geschichten, Märchen und gemeinsame Aktivitäten miteinander verbindet.

Märchen und Geschichten sind ein universeller Bestandteil menschlicher Kultur. Sie werden seit Generationen weitergegeben und spiegeln Werte, Traditionen und Erfahrungen verschiedener Gesellschaften wider. Das Projekt nutzt diese besondere Kraft von Geschichten, um Begegnung, Dialog und gegenseitiges Verständnis zwischen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zu fördern.

Die Globale Märchenstraße schafft einen Raum, in dem kulturelle Vielfalt sichtbar wird und Menschen miteinander ins Gespräch kommen können.

Workshop-Übersicht

1. Workshop am 9. Mai (10:00–16:00 Uhr) bei Geflecht, Hessenring 71, 61348 Bad Homburg
Leitung: Dieter Korger
https://dieterkorger.de/

Dieser erste Workshop bildet die theoretische Grundlage der Schulung.

Dieter Korger arbeitet als Autor mit einem stark analytischen und reflektierenden Ansatz. Sein Profil ist geprägt durch die Auseinandersetzung mit literarischen Strukturen, Symbolik und der Bedeutung von Narrativen im kulturellen Kontext.

Inhaltlich umfasst der Workshop:

  • Einführung in die Rolle von Märchen in verschiedenen Kulturen
  • Analyse von narrativen Archetypen und universellen Erzählmustern
  • Theoretische Grundlagen des Storytellings im Bildungs- und Projektkontext
  • Entwicklung konzeptioneller Ansätze für eigene Workshops innerhalb der „Globalen Märchenstraße“

Dieser Teil ist entscheidend, um den Teilnehmenden eine fundierte inhaltliche und methodische Basis zu vermitteln, auf der sie später selbst als Referent:innen arbeiten können.

2. Workshop am 16. Mai (10:00–13:00 Uhr) bei Geflecht, Hessenring 71, 61348 Bad Homburg
Leitung: Carolina Fournery
https://www.tintalibre.com.ar/author/968/Carolina_Fournery

Der zweite Workshop ist bewusst praxisorientiert gestaltet und baut direkt auf den theoretischen Inhalten des ersten Termins auf.

Carolina Fournery ist Autorin mit einem klaren Fokus auf kreatives Schreiben und angewandte Erzählpraxis. Sie begleitet Schreibprozesse und fördert die Entwicklung eigener literarischer Stimmen.

Inhaltlich umfasst dieser Workshop:

  • Praktische Schreibübungen zur Entwicklung eigener Märchen und Geschichten
  • Techniken zur Figurenentwicklung und zum Aufbau von Erzählwelten
  • Umsetzung theoretischer Konzepte in konkrete Texte und Formate
  • Vorbereitung der Teilnehmenden auf ihre Rolle als aktive Referent:innen im Projekt

Dieser Workshop ermöglicht es den Teilnehmenden, konkrete Fähigkeiten für die praktische Umsetzung zu erwerben und eigene Inhalte zu entwickeln.

Ziele des Projekts

Das Projekt verfolgt mehrere zentrale Ziele:

  • Förderung des interkulturellen Dialogs
  • Stärkung von gegenseitigem Verständnis und Respekt
  • Vermittlung kultureller Werte durch Märchen und Geschichten
  • Förderung von sprachlichen und sozialen Kompetenzen
  • Schaffung von Begegnungsräumen für Menschen verschiedener Herkunft

Durch gemeinsames Erzählen, Zuhören und kreative Aktivitäten werden Brücken zwischen Kulturen gebaut.

Projektinhalte und Aktivitäten

Märchen- und Geschichtenerzählungen

Märchen und Geschichten aus unterschiedlichen Kulturen werden vorgestellt und gemeinsam erzählt. Dabei lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die kulturellen Hintergründe und Bedeutungen der Geschichten kennen.

Interkulturelle Workshops

In Workshops beschäftigen sich die Teilnehmenden mit Märchen aus verschiedenen Ländern. Sie tauschen sich über kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede aus und entwickeln kreative Beiträge.

Begegnungsveranstaltungen

Öffentliche Veranstaltungen bieten die Möglichkeit, Märchen aus verschiedenen Teilen der Welt kennenzulernen und Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zu begegnen.

Kreative Projekte

Die Teilnehmenden können Märchen kreativ weiterentwickeln, beispielsweise durch Theater, Illustrationen oder gemeinsames Schreiben.

Zielgruppen

  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Menschen mit Migrationsgeschichte
  • pädagogische Einrichtungen
  • kulturell interessierte Bürgerinnen und Bürger

Die Globale Märchenstraße versteht sich als offenes Projekt für alle, die Interesse an kulturellem Austausch und gemeinsamen Geschichten haben.

Bedeutung von Märchen für den interkulturellen Austausch

Märchen existieren in nahezu allen Kulturen der Welt. Obwohl sie aus unterschiedlichen Regionen stammen, enthalten sie häufig ähnliche Motive und Botschaften. Dadurch ermöglichen sie einen besonderen Zugang zum Verständnis anderer Kulturen.

Indem Menschen Märchen aus verschiedenen Ländern kennenlernen, entdecken sie sowohl Gemeinsamkeiten als auch kulturelle Besonderheiten. Dies stärkt Empathie, Offenheit und gegenseitigen Respekt.

Hintergrund des Projekt

Das Projekt Globale Märchenstraße von El Árbol que Crece in Zusammenarbeit mit Enie e.V. ist inspiriert von der Arbeit der Brüder Grimm und setzt geografisch die Route der Grimm’schen Märchen fort, um Geschichten zu schaffen, die als Lehrmaterial für die Vermittlung von Werten im Zusammenhang mit Vielfalt und toleranter Koexistenz dienen. Ziel ist es, Vielfalt und globales Verständnis zu fördern. Es basiert auf den Prinzipien des Globalen Lernens (Globales Lernen) und der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE, SDG4).

Welche role spielt Globales Lernen?

Die Nutzung von Globalem Lernen im Projekt stärkt die Prävention gegen Rassismus und Diskriminierung, indem sie:

  • Interkulturelles Verständnis fördert und damit hilft, Vorurteile, Stereotype und diskriminierende Denkmuster abzubauen.
  • Kritisches Denken schärft, sodass gesellschaftliche, historische und strukturelle Ungleichheiten erkannt, hinterfragt und reflektiert werden können.
  • Globale Verantwortung vermittelt und Menschen motiviert, sich aktiv für eine gerechtere, solidarische und inklusive Gesellschaft einzusetzen.

Wie funktioniert das Projekt?

Das Projekt beginnt mit der Organisation interaktiver Workshops an verschiedenen Standorten in Hessen, in denen wir lokale Themen im Rahmen des Globalen Lernens wie Demokratie, interkulturelle Bildung und Rassismus identifizieren. Diese Workshops ermöglichen es uns, die Ansätze an die spezifischen Gegebenheiten der jeweiligen Gemeinschaft anzupassen.

Aus den Ergebnissen dieser Sitzungen wird El Árbol que Crece e.V. in Kooperation mit Enie e.V. Bildungsgeschichten für Kinder entwickeln, die die identifizierten Themen auf verständliche und zugängliche Weise vermitteln.

Abschließend werden die Geschichten den Kindern in den teilnehmenden Orten präsentiert, wodurch diese Konzepte in die außerschulischen Organisationen und lokalen Bildungsprozesse integriert werden.

Warum ist dieses Projekt wichtig?

Dieses Projekt ist entscheidend, um aktuelle Themen wie die zunehmende soziale Ungleichheit, das fehlende interkulturelle Verständnis und die Herausforderungen bei der Integration vielfältiger Gemeinschaften anzugehen.

Da Gesellschaften immer stärker miteinander vernetzt werden, entstehen Spannungen aufgrund kultureller, politischer und wirtschaftlicher Unterschiede, was zu sozialer Ausgrenzung und Diskriminierung führen kann. Durch dieses Projekt möchten wir die Bedeutung der Vielfalt in Gemeinschaften schon von klein auf fördern und dabei Märchen als Bildungsinstrument nutzen.

Globales Lernen spielt eine Schlüsselrolle bei der Ausbildung von Individuen, die in der Lage sind, diese Herausforderungen auf globaler Ebene zu verstehen und anzugehen, indem es Werte wie Frieden, gegenseitigen Respekt und Gerechtigkeit fördert. Darüber hinaus trägt das Projekt zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) bei, indem es Bildungswerkzeuge bietet, die das Bewusstsein für die Bedeutung verantwortungsvoller und nachhaltiger Entscheidungen für die Zukunft schärfen. Durch diesen Ansatz hilft das Projekt, Probleme wie den Mangel an Zugang zu inklusiver und qualitativ hochwertiger Bildung zu lösen, eine der zentralen Herausforderungen des Ziels für nachhaltige Entwicklung 4 (SDG4), und fördert ein Lernen, das nicht nur gerecht, sondern auch an die lokalen und globalen Bedürfnisse angepasst ist.

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